Camilla Läckberg: Die Meerjungfrau

Noch dreieinhalb Monate bis zum nächsten Urlaub – da war eine kleine „Phantasiereise“ nach Bohuslän fällig, in Form des neuesten Läckberg-Krimis.

Erika Flack und Patrick Hedström erwarten wieder Nachwuchs, diesmal sogar Zwillinge. Daher ist der Druck auf die Familie besonders groß. Erika befürchtet, all dem nicht gewachsen zu sein und Patrick ist beruflich stark eingespannt, weil ein unbescholtener Familienvater plötzlich spurlos verschwunden ist und kurz darauf der allseits beliebte Bibliothekar des Städtchens Fjällbacka Drohbriefe erhält.

Der Fall und die Auflösung haben mich nicht gänzlich überzeugt, der Roman lebt eher von den Figuren. Erika, Patrick und die KollegInnen von der Polizei in Tanum erscheinen schon fast wie gute Bekannte, die man hin und wieder besucht. Mir versüßt das Lesen jedenfalls ein wenig das lange Warten auf den nächsten Besuch in Westschweden…

So sieht Fjällbacka übrigens aus…

 

 

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Patrick Rothfuss: Die Furcht des Weisen 2/2

Was kann man sich Angenehmeres vorstellen, als an einem grauen Sonntag ganz in ein Buch abzutauchen? Ich habe mir den neuen Band der „Königsmörder-Chronik“ extra für´s Wochenende aufgehoben, um ungestört stundenlang lesen zu können.

Die Geschichte geht nahtlos weiter, schließlich befinden wir uns immer noch in Buch 2. (Den Inhalt hier wiederzugeben, ist sinnlos: Wer Fan der Chronik ist, liest es wahrscheinlich gerade selbst. Alle Anderen werden es nicht verstehen.)

Ich habe noch wenige Seiten vor mir (Kvothe ist gerade an die Universität zurückgekehrt), die ich jetzt langsam und genussvoll lesen werde. Gerüchten im Internet zufolge soll „Day 3 – The Doors of Stone“ erst im Mai 2013 erscheinen – die deutsche Ausgabe also entsprechend später…

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Josh Bazell: Einmal durch die Hölle und zurück

Pietro, der Arzt mit Mafia-Vergangenheit, (siehe „Scheller als der Tod“) ist zurück! Unter dem seltsamen Namen „Dr. Lionel Azimuth“ arbeitet er als Mediziner auf einem Kreuzfahrtschiff.

Der Job nervt – deshalb sagt er sofort zu, als ein namentlich nicht genannter Milliardär einen Beschützer für eine attraktive Paläontologin sucht. Dr. Violet Hurst soll an einer Expedition teilnehmen, die eine Art „Loch-Ness-Monster“ in einem abgelegenen Seengebiet in Minnesota sucht. Pietro – oder Lionel – soll ein Auge auf die vermutlichen Schwindler haben, die den Trip veranstalten, denn zwei Jugendliche sind im See auf ungeklärte Weise zu Tode gekommen, und zwei Anwohner wurden ermordet.

Cool, cooler, Bazell… Seit langer Zeit habe ich mich beim Lesen nicht mehr so amüsiert! Neben der eigentlichen Krimihandlung versorgt Bazell (der selbst Mediziner ist) den Leser immer wieder auch mit politischen Kommentaren, Fakten zum Klimawandel, medizinischen Einsichten. Meist in Form von Fußnoten, allein dafür kann man ihn nicht genug loben!

Witzige Dialoge, tolle Einfälle (Sarah Palin begleitet die Expedition!) und eine absolut faszinierende Hauptfigur – hoffentlich wird die Reihe fortgesetzt! Ich bin jedenfalls süchtig nach mehr!

 

 

 

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Anthony Horowitz: Das Geheimnis des weißen Bandes

Ein neuer Sherlock-Holmes-Roman? Normalerweise verweigere ich mich Nachahmungstätern (Was soll das auch?? Zum Beispiel ist Eoin Colfer nun mal kein Douglas Adams!), aber da ich nie einen „originalen“ Holmes-Krimi gelesen habe, mache ich eine Ausnahme – so ein gediegener englischer Kriminalroman ist doch eine prima Winterlektüre. Draußen ist es grau und nieselig, das passt schon mal…

Horowitz lässt seinen Erzähler, Dr. John Watson, in gewohnter Manier einen Fall das Meisterdetektivs darlegen, allerdings Jahrzehnte später, erst nach Holmes Tod. Der Fall des „Weißen Bandes“ wurde bis dato nie erzählt, so teilt uns Watson mit,  da hochstehende Persönlichkeiten in die Mordserie verwickelt waren. Und auch der begnadete Ermittler präsentiert sich nicht im besten Licht.

Die dunklen Abgründe, in die uns der Roman führt, hätte ein Schriftsteller des viktorianischen Zeitalters wohl allenfalls subtil angedeutet. Trotzdem ist der Roman sehr atmosphärisch und wird dem Stil von Conan Doyle sehr viel eher gerecht als zuletzt erschienene Kino-Abenteuer mit „Sherlock Holmes“.

Eine nette, angenehme Lektüre, die vielleicht nicht zu Lobeshymnen reizt, aber auch nicht enttäuscht.

 

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Wolfgang Herrndorf: Sand

Nach seinem großen Erfolg „Tschick“ scheint dem neuen Buch von Herrndorf nicht die Aufmerksamkeit gewidmet worden zu sein, die ihm eigentlich zusteht.

Zwar sind die Kritiken durchweg gut ( wie TAZ, Süddeutsche, FAZ und Zeit, siehe http://www.perlentaucher.de/buch/37312.html), aber beim breiten Publikum scheint sich noch nicht herumgesprochen zu haben, was für ein großartiger Schriftsteller Wolfgang Herrndorf ist. Um es mal so zu sagen: Wäre Herrndorfs nächstes Buch eine technische Gebrauchsanweisung, würde ich es trotzdem lesen wollen!

Bei „Sand“ ging es mir ähnlich wie der Rezensentin der „Süddeutschen Zeitung“, Andrea Hünniger. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, den Durchblick in dieser Geschichte zu haben, habe aber jede Seite genossen! Zwischen Verschwörungsthriller, Agentenparodie und nihilistischem Wüstenroman bewegt sich Herrndorf gekonnt hin und her – es bleibt aber ein sehr melancholischer Unterton, der mich an Paul Bowles´ „Himmel über der Wüste“ erinnert. Große Erzählkunst!

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David Foenkinos: Nathalie küsst

Ich muss ja zugeben, ich habe dieses Lesetagebuch ein wenig vernachlässigt, weil ich zur Zeit jede Menge Weihnachtsgeschenke produzieren muss – und lesen und stricken gleichzeitig geht leider nicht!

Also muss ich nochmal in mich gehen und rekonstruieren, welche Bücher ich in den letzten Wochen überhaupt gelesen habe…  zum Beispiel eben „Nathalie küsst“, ein schöner, harmloser Roman für Leserinnen von Anna Gavalda (oder vielleicht auch Cecilia Ahern).

Nathalie trifft die große Liebe ihres Lebens – und verliert sie schon nach wenigen Jahren durch einen tödlichen Unfall. Sie zieht sich zurück in ihre Arbeit, wehrt die Avancen ihres Chefs ab und richtet sich in ihrem Leben als Witwe ein.

Als sie jedoch eines Tages überraschend (vor allem für sie selbst) einen Mitarbeiter küsst, gerät ihr wohlgeordneter Alltag völlig durcheinander…

Nett und charmant, besonders herzerwärmend in diesen trüben Tagen. Wenn man diese Art von Liebesgeschichte mag – was auf mich persönlich eher nicht zutrifft…

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Alan Bradley: Flavia de Luce – Halunken, Tod und Teufel

Der dritte Band um die unwiderstehliche Hobby-Detektivin und -Chemikerin hat mich ebenso amüsiert wie seine beiden Vorgänger. Ich liebe die schön britische Atmoshäre, die schrulligen Figuren und die skurrilen Todesfälle!

Auch in diesem Buch wird die junge Heldin unversehens in einen Mordfall hineingezogen, der sich als besonders kniffelig erweist – wird doch der Tote (wie im ersten Fall) auf dem Grundstück der de Luces gefunden. Immerhin steht ihr Vater diesmal nicht unter Verdacht, dafür verbittet sich Inspektor Hewitt jegliche Einmischung in die Ermittlungen. Da kennt er Flavia schlecht! Zielstrebig befragt sie Zeugen und Verdächtige und entdeckt dabei zufällig Geheimgänge in Buckshaw  – und ein Bild ihrer verstorbenen Mutter…

Ein großer Lesespaß, am besten mit einer Kanne Tee dazu!

 

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Ernest Hemingway: Paris, ein Fest fürs Leben

Nach etlichen Wochen nehme ich die Lektüre wieder auf, das Buch soll nicht halb gelesen im Regal verschwinden. Ist ja auch nicht uninteressant.

Ach, was soll man zu Hemingway noch schreiben…

Hätte ich nicht „Madame Hemingway“ von Paula McLain gelesen, wäre ich nie auf die Idee gekommen, mir dieses Buch anzuschaffen. Paris interessiert mich nicht, Hemingway auch nicht, Stier- und Boxkämpfe schon gar nicht. (Letztere werden glücklicherweise nur am Rande erwähnt.)

Der Mann ist ein phantastischer Erzähler, keine Frage, Nobel- und Pulitzerpreisträger und so weiter. Dennoch habe ich das Buch eher halbherzig gelesen. Ich weiß, dass es ein nach landläufigen Vorstellungen sogenanntes „gutes Buch“ ist, aber mich hat es kalt gelassen.

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Patrick Rothfuss: Die Furcht des Weisen (Teil 1)

Über drei Jahre haben die Fans von Patrick Rothfuss auf sein zweites Buch warten müssen.  Seit dem 24. Oktober ist der neue Band der „Königsmörder-Chronik“ nun endlich in Deutschland  im Handel. In Rothfuss´Blog konnte man in den letzten Jahren verfolgen, wie sich der Erscheinungstermin immer wieder verschob, weil sein Buch immer umfangreicher wurde. (Daher erscheint es auch in zwei Bänden.)

Wie auch immer: Das Warten hat sich gelohnt! Man taucht sofort wieder ein in die Geschichte von Kvothe, dem sagenumwobenen Arkanisten, der sein Leben unerkannt als Gastwirt fristet und seine Lebensgeschichte einem Schreiber diktiert. Eine angenehme Sprache, feiner Humor und eine wirklich fesselnde Story zeichnen auch diesen Band aus. Gut, dass es diesmal nicht so furchtbar lange dauert, bis „Die Furcht des Weisen 2“ erscheint: Bereits im Februar 2012 wird ausgeliefert…

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Colin Bateman: Ein Mordsgeschäft

Der namenlose Ich-Erzähler dieses echt verschrobenen Krimis ist ein Buchhändler in Belfast. (Beste Voraussetzungen, um mein Interesse zu wecken.) Er führt ein Spezialsortiment namens „Kein Alibi“ – Sie dürfen dreimal raten, welche Nische er damit bedient…

Seine Belesenheit hinsichtlich der Kriminalliteratur führt dazu, dass immer wieder Menschen seinen Laden betreten, die nicht nach Büchern, sondern nach Hilfe suchen – vor allem, seit das Detektivbüro nebenan plötzlich geschlossen hat. Widerwillig macht sich der exzentrische Buchhändler, der eine ganze Reihe unschöner Charaktereigenschaften besitzt, an die Lösung der Fälle. Das ist weder für ihn noch für seine Mitmenschen ungefährlich…

Wenn Sie britischen Humor lieben und ein Herz für gestörte Buchhändler haben, liegen Sie hier genau richtig!

 

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