Oyinkan Braithwaite: Meine Schwester, die Serienmörderin

Lagos, Nigeria: Kein guter Tag für die Krankenschwester Korede – ihre Schwester Ayoola ruft sie völlig verstört an und bittet um Hilfe. Ihr Freund sei gewalttätig geworden, sie habe sich gewehrt und jetzt sei alles voller Blut..
Schon wieder! Ayoola ist unglaublich schön – die Männer liegen ihr zu Füßen und sie ist der Augenstern der Mutter.
Was niemand außer Korede sieht: Sie ist oberflächlich, egoistisch und gefühlskalt. Und was niemand außer Korede weiß: Sie hat ein großes scharfes Messer und ein unausgeglichenes Temperament. Das mag eine Folge der Gewalt sein, der die Frauen der Familie ausgesetzt waren, solange der Vater lebte. Korede, die verantwortungsvolle große Schwester, hat sich immer bemüht, Ayoola zu beschützen. Natürlich hilft sie, die Leiche zu beseitigen, auch wenn ihr klar ist, dass ihre Schwester sich zu einer Serienmörderin entwickelt hat.
Koredes Loyalität gerät erst ins Wanken, als Ayoola eines Tages an ihrem Arbeitsplatz auftaucht. Ihr Kollege Tade, in den Korede heimlich verliebt ist, ist natürlich hingerissen von der schönen Schwester und beginnt, sich mit ihr zu treffen…
Ein großes Lesevergnügen für alle, die schwarzen Humor mögen.
Bei allem Tempo und Witz beschreibt das Buch aber auch eine Gesellschaft, in der Frauen Gewalt und Unterdrückung ausgesetzt sind. Die Autorin lebt selbst in Lagos und weiß also nur zu gut, wie der Alltag in einer patriarchalischen Gesellschaft aussieht.

Dieser Beitrag wurde unter Durchaus lesenswert, Krimi veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.