Jojo Moyes: Ein ganzes halbes Jahr

Angekündigt wurde das Buch als Mischung aus „Ziemlich beste Freunde“ und „Zwei an einem Tag“. In der Tat kommen ein Rollstuhlfahrer und ein ungleiches Pärchen vor…

Lou hat ihren Job als Kellnerin verloren, eine Beziehung zu einem Sportsüchtigen, dessen Leidenschaft sie kein bisschen teilt, und eine Familie, die sie manchmal in den Wahnsinn treibt.

Als sie eine neue Stelle als Betreuerin eines querschnittgelähmten Mannes annimmt, hat sie noch ein Problem mehr am Hals: Dieser Mensch, Will, ist unausstehlich. Zumindest am Anfang der Geschichte. Im Laufe der Zeit kommen sich Lou und Will natürlich näher – daher ist es für die junge Frau ganz und gar inakzeptabel, dass Will vorhat, seinem Leben ein Ende zu setzten.

Fans von Cecilia Ahern werden dieses Buch lieben – ich war eigentlich nur davon beeindruckt, wie die Geschichte endet – auch wenn der Epilog etwas zu süßlich ausgefallen ist.

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Laura Moriarty: Das Schmetterlingsmädchen

Moriarty_SchmetterlingsAls Cora Carlisle die junge Louise Brooks nach New York begleitet, hat sie dabei nicht nur ihre Pflichten als Anstandsdame für eine Fünfzehnjährige im Sinn. Keine ihrer Freundinnen daheim in Wichita ahnt, dass Cora ein Geheimnis hat. Als kleines Mädchen kam sie in einem Zug nach Kansas, zusammen mit anderen Waisenkindern, die an Familien „verteilt“ wurden. Sie hatte Glück und fand ein liebevolles neues Zuhause.

Dennoch lässt ihr die Frage nach ihrer leiblichen Mutter keine Ruhe – sie sucht das Waisenhaus auf, in dem sie als Kind lebte und will unbedingt Antworten finden.

Gleichzeitig muss sie erkennen, dass ihr Schützling ganz eigene Vorstellungen vom Leben in New York hat. Obwohl noch minderjährig, stürzt sich Louise hinter Coras Rücken in das aufregende Leben der Großstadt…

Ein netter, unterhaltsamer Roman um einen frühreifen Teenager, der Filmstar wird und eine unscheinbare Hausfrau, die ihrem Leben eine neue Richtung gibt. Für den nächsten Urlaub vormerken!

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Bernhard Cornwell: Das letzte Königreich

Cronwell_LetzteEigentlich kann ich es mir ja gar nicht leisten, Bücher zweimal zu lesen. Aber ich lag mit einer heftigen Erkältung danieder, kann tagsüber kein Fernsehprogramm ertragen und brauchte ein Buch, dass mich von meinem Elend ablenkt.

Also habe ich den ersten „Uhtred“- Band noch einmal hervorgeholt und mich mit einer Kanne Tee und Wikinger-Abenteuern ins Bett zurückgezogen. Am Abend hatte ich den 470-Seiten-Schmöker durch. Und auch beim wiederholten Lesen habe ich mich königlich amüsiert! Zwar geht es unter Wikingern und Sachsen eher ruppig zu, aber der trockene Humor des Ich-Erzählers und die wirklich spannende Handlung lassen einen einfach in das Buch eintauchen. Ein Heidenspaß!

P.S.: Am nächsten Tag habe ich dann auch „Das weiße Pferd“, den zweiten Band, aus dem Regal geholt.

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Bernhard Cornwell: Der sterbende König

Cornwell_KoenigMittlerweile bin ich beim sechsten Band der Reihe angelangt, und Uhtred hat seine Burg immer noch nicht zurück erobert. Dafür stirbt tatsächlich Alfred von Wessex, der seit Jahrzehnten als dem Tode nah galt.

Die/der geneigte LeserIn versteht nur Bahnhof? Bernhard Cornwell hat diesen ausgezeichneten Zyklus historischer Romane schon vor Jahren begonnen, seitdem verfolge ich das Schicksal seines Protagonisten Uhtred. Die Handlung ist im 9. Jahrhundert angesiedelt, als weite Teile Englands von den Dänen besetzt sind.  Als Kind wird Uhtred von den Dänen geraubt wird, nimmt ihre Sitten und ihre Religion an, später schlägt er sich aber auf die Seite der Sachsen. Er dient Alfred von Wessex, der die Dänen aus dem Land vertreiben will und die Fahne des Christentums hochhält…

Das Genre der Historienschinken ist nicht mein liebstes, Wanderhuren, Hebammen, Päpstinnen können mich nicht vom Hocker reißen… Aber für Bernhard Cornwell mache ich eine Ausnahme, weil hier ein ziemlich realistisches Geschehen dargestellt wird und mir diese heidnischen Wikinger ans Herz gewachsen sind. Prima Unterhaltung!

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Klaus Modick: Klack

Erste Kamera, erste Liebe – für Markus, den Ich-Erzähler, sind die Bilder, die er mit einer auf dem Rummelplatz gewonnenen Agfa aufgenommen hat, eine Reise in die Vergangenheit – in das Deutschland der 60er Jahre, als seine spießige Familie plötzlich italienische Nachbarn bekam und er heftigst mit seinen Trieben kämpfen musste.

Die hübsche Clarissa, Tochter des neuen Nachbarn, hat es Markus so sehr angetan, dass er sogar Gitarrenunterricht nimmt, um sie zu beeindrucken. Die Erwachsenen sind der Familie Tinotti gegenüber eher skeptisch. Seine herrische Großmutter lässt sogar eine Mauer zwischen den Grundstücken errichten – das „Vorbild“ dafür wird gerade in Berlin errichtet…

In jedem Kapitel wird ein Foto beschrieben und die Geschichte erzählt, die dahinter steckt. Eine humorvolle und ein wenig nostalgische Zeitreise, eine Geschichte über das Erwachsenwerden und Sich-Abgrenzen, flüssig und dennoch mit viel Sinn für Details geschrieben. Schön!

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Frühstücksfleisch

Gerade noch habe ich mich darüber mokiert, dass ich nur Kommentare in englischer  oder russischer Sprache bekomme, da trudelt diese Anmerkung von „mosellelosheim@web.de“ ein:

„Gute Webseite. Gute Erläuterung. Gelungene Vorgehensweise. Besten Dank. Mach weiter. Ich bin Freund. Immer weiter so. Die Seite besitzt viele Materiallien. Frieden. Bitte machen Sie mehr Texte. Der Anfang sind ansprechend. Tschuss.“

Seufz…

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Frühjahrs-Neuerscheinungen

Man könnte anhand der Einträge meinen, ich hätte das Lesen aufgegeben, aber das ist keineswegs der Fall. Ich verschlinge genauso viele Bücher wie sonst auch, komme nur kaum zum Schreiben. Irgendwie hat sich die Lage nach dem Weihnachtsgeschäft und der Inventur noch nicht soweit entspannt, dass ich besonders viel Zeit und Lust gehabt hätte, mich an den Computer zu setzen. Außerdem muss ich jeden Tag 10.000 Schritte bzw. 8,05 km laufen, das kostet auch Zeit. (Das werde ich nur erklären, wenn sich jetzt mal jemand dazu herablässt, zu diesem Eintrag einen Kommentar, z.B.: „Warum das denn?“, zu verfassen!)

Und was ich mühsam über diverse Neuerscheinungen in die Tastatur gehackt habe, wird natürlich erst nach Veröffentlichung der jeweiligen Titel hier sichtbar sein. Jetzt gerade lese ich das erste Buch der echt gestörten ( ist nicht böse gemeint, die Frau hat nun mal diverse Macken) texanischen Bloggerin Jenny Lawson. Ich versuche, es meinem Mann schmackhaft zu machen, damit er sich darüber im Klaren ist, dass er mit einer total pflegeleichten Person verheiratet ist und vor lauter Dankbarkeit zum ersten Mal in unserem gemeinsamen Leben das Sonntags-Frühstück macht. UND auch die Brötchen holt.

(Ich bin sonntagsmorgens immer die einzige KundIN in der Bäckerei! Wären da nicht die Bäckerei-Verkäuferinnen und der leckere Backwarenduft, könnte man meinen, aus Versehen in einer Sportverein-Umkleide gelandet zu sein: Außer mir nur Männer in Jogginghosen …)

(Das hat jetzt gar nichts mehr mit einem Lesetagebuch zu tun – aber es wird nicht groß auffallen. Der einzige regelmäßige Leser dieses Blogs ist meine personifizierte Rechtschreibkontrolle (Hej Klaus!). Und ich schätze mal, die Zahl der zufällig hier Gelandeten wird sich mit einer Hand darstellen lassen. Dabei bekomme ich interessanterweise ziemlich viele Kommentare, die meine Artikel loben – aber immer nur auf englisch. Oder russisch. (Wobei das womöglich auch kein Lob ist.) „Excellent website. A lot of helpful information here. I am sending it to several buddies…“ , schreibt mir zum Beispiel „ThatGuy“ als Kommentar zum Eintrag „Wolfgang Herrndorf: Tschick“. Irgendwie hege ich Zweifel, dass er den Artikel gelesen und verstanden hat…

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Bethan Roberts: Der Liebhaber meines Mannes

Nach dem eher leichten und amüsanten Roman „Köchin für einen Sommer“ widmet sich Bethan Roberts in ihrem neuen Buch einer tragischen Dreiecks-Beziehung.

Erzählt wird der Roman abwechselnd aus der Sicht von Marion, der Ehefrau, und Patrick, dem Liebhaber des Polizisten Tom.

Marion verliebt sich schon als junge Frau in den blendend aussehenden Bruder ihrer Freundin und hört nicht auf deren Warnung, Tom sei „anders“. In den 1960er Jahren, als homosexuelle Handlungen in Großbritannien noch unter Strafe standen, bietet die Ehe mit Marion Tom die richtige Tarnung. Immerhin sind viele seiner Kollegen bei der Polizei bekennende Schwulenhasser…

Marion ist zunächst irritiert, als sich Tom mit dem Museumsleiter Patrick anfreundet. Manchmal unternehmen sie etwas zu dritt, aber Tom schließt sie auch oft aus. Sie klammert sich fest an die Vorstellung, Tom und Patrick seien nur gute Freunde, bis sie der Wahrheit nicht mehr ausweichen kann. So steuern alle drei auf eine Katastrophe zu…

Mit Feinsinn und Mitgefühl erzählt die Autorin eine aufwühlende Liebesgeschichte. Zum Versinken schön!

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Joe R. Lansdale: Kahlschlag

Blutig und staubig – kein Krimi für Schöngeister und zarte Gemüter! Es geht ruppig zu im Texas der 30er Jahre, und zwar nicht nur verbal…

Sunset Jones erbt den Job ihres Mannes, der Constable von Camp Rapture war. Damit bringt sie etliche Mitbürger gegen sich auf, besonders, weil sie selbst ihren Gatten ins Jenseits befördert hat. Immerhin hält ihre Schwiegermutter zu ihr, denn Marilyn Jones weiß, dass ihr Sohn ein brutaler Schläger war und Sunset in Notwehr gehandelt hat.

Gegen alle Widerstände macht Sunset ihren Job, unterstützt von zwei Deputys. Als auf dem Land eines schwarzen Farmers ein totes Baby gefunden wird, braucht Sunset auch alle Hilfe, die sie kriegen kann – ihre Ermittlung führen zu den reichsten und rücksichtslosesten Männern der Stadt.

Allein der lässige Stil von Joe R. Lansdale ist schon ein guter Grund, dieses Buch zu lesen. Klasse!

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Ann Rosman: Die Tote auf dem Opferstein

Auch der zweite Band um die Polizistin Karin Adler ist solide Krimi-Kost. Der Fall beginnt verzwickt: Die Polizei von Marstrand wird zu einer kopflosen Leiche gerufen – und kurz darauf findet man in einem ehemaligen Klostergarten auch einen Kopf. Allerdings gehören Kopf und Körper nicht zur selben Person, wie sich herausstellt. Und der Mörder ist mit seinem Rachefeldzug noch nicht fertig…

Eine sympathische Ermittlerin, die das Meer liebt und auf einem Boot lebt, interessante Nebenfiguren und ein komplexer Fall: Für Fans von Camilla Läckberg ist dieser Krimi genau richtig. (Es spielt sogar auch in Bohuslän, allerdings südlich von Fjällbacka.)

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