Sigrid Nunez: Der Freund

Nichts an diesem Buch hat mich zunächst angesprochen. Das Cover finde ich furchtbar. Und freiwillig eine „Hundegeschichte“ zu lesen, käme mir nie in den Sinn.
Aber einem Roman, der immerhin mit dem „National Book Award“ ausgezeichnet wurde, sollte man auf jeden Fall eine Chance geben.
Und was soll ich sagen? Ich habe das Buch in zwei Tagen verschlungen und war einfach beglückt, berauscht, begeistert! Für mich ist dieser Roman jetzt schon eines der Buch-Highlights des Jahres.
Die Protagonistin ist eine Schriftstellerin, die in New York lebt und mit dem Tod eines von ihr sehr geliebten Freundes fertig werden muss. Er, der Lebemann, der viermal Verheiratete

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, der Charmeur und begnadete Dozent, hat sich umgebracht.
Was bleibt ihr in ihrer Trauer? Wie soll sie damit umgehen? Ein wenig Hilfe kommt von unvermuteter Seite: Sie „erbt“ die riesige Dogge des Verstorbenen.
Auf eine völlig kitschlose, sehr reflektierte Art und mit vielen kulturhistorischen Bezügen beschreibt die Autorin, wie ihre Hauptfigur – vor allem durch den Hund an ihrer Seite – ihrer Trauer begegnen kann und diese nach und nach überwindet.
Das Buch besteht aber nicht nur aus Trauerbewältigung: Es gibt es immer wieder Spitzen gegen den Literaturbetrieb, die sehr amüsant zu lesen sind.
Ein rundum gelungener Roman!

 

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