Najat El Hachmi: Der letzte Patriarch

Ein spannendes Familienportrait über drei Generationen.

Die Erzählerin beginnt diese Geschichte mit der Geburt ihres Vaters Mimoun, des „letzten großen Patriarchen“ der Driouchs. Als nach mehreren Mädchen endlich ein Sohn geboren wird, sind die Großeltern überglücklich.

Allerdings beginnt der Junge bald, ihnen Kummer zu bereiten. Von Mutter und den älteren Schwestern maßlos verwöhnt, entwickelt er sich recht bald zu einem selbstgerechten Egomanen. Seine Wutausbrüche sind gefürchtet – und nicht einmal seine jüngeren Geschwister sind vor ihm sicher. Er schreckt vor brutalen Misshandlungen nicht zurück – das muss auch seine Frau erfahren. Während Mimoun in Spanien arbeitet, um Geld für die Familie zu verdienen, hat er zahlreiche Affairen und auch längere Beziehungen. Die beendet er auch nicht, als seine Familie ihm nach Spanien folgt, seine Ehefrau muss die „Zweitfrau“ akzeptieren.

Seine Tochter jedoch, die in Katalonien aufwächst, beginnt sich mehr und mehr aus der Vormundschaft des Vaters zu lösen…

Mitreißend und aufwühlend – obwohl Najat El Hachmi stets einen distanzierten Ton anschlägt, mal ironisch, mal fast „unterkühlt“ erzählt, kann man sich dem Sog dieser dramatischen Geschichte einfach nicht entziehen.

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